09. September 2018 - 43. Oldtimerrallye "Rund um Wesel"

Einfach rund
"Rund um Wesel" stand am Sonntag, den 9. September 2018 in diversen Kalendern von Mitgliedern des 1. Walsumer Automobilclubs. Gleich in der ersten Disziplin der Veranstaltung des ACN Wesel hatten alle Teams ein Heimspiel, denn es galt das bekannt reichhaltige Frühstücksbuffet in der Niederrheinhalle Wesel zu plündern.

 
Zur Fahrerbesprechung erklärte Frank Hardacker die gestellten Aufgaben der vor uns liegenden Veranstaltungen. Auch die Nachfrage aus dem Teilnehmerkreis, was unter einem Gleispaar nun genau zu verstehen sei, wurde mit einer kurzen Themenexkursion des Aufbaus einer Bahnschienentrasse inklusive einer spontanen Bleistiftskizze mit fast unveränderter Geduld erläutert.
Mit etwas Verspätung ging es dann für die knapp 50 Teams auf die Strecke der ersten Etappe. Für unser Team war es ein Generationenübergreifendes Familiendebüt: "was Stucks können, können wir auch" dachte sich Familie Winkler, Vater Joachim am Steuer des Wagens von Sohn Sebastian, der als Copilot den richtigen Kurs angab, kräftig unterstützt von Frau bzw. Mutter Sabine im Fond. Gleich nach Empfang des Bordbuches wurde dies nach den kleinen Häkchen untersucht, die man von den Weselern kennen, lieben und fürchten gelernt hat. Außer einem "durchgezogenen" Kreisverkehr waren keine Auffälligkeiten zu erkennen.
Von Wesel aus führte uns der Kurs über Bislich in Richtung Xanten. Unterwegs erinnerten wir uns an das Kriegsgefangenenlager Büderich, addierten die Ziffern der Telefonnummer einer Gesellschaft aus Ahaus und lasen an einem Stein bis zu acht mögliche Vorhersagen ab. Am angemarkerten Kreisverkehr ging es einmal komplett rund, was mit einer gefundenen OK belohnt wurde. Die Sonderaufgabe in Etappe 1 bestand darin, den Umfang einer spontan zugewiesenen Autofelge in Zentimetern zu nennen. Den konnte man entweder schätzen oder rechnen, unser Copilot traute sich letzteres zu. Innerhalb der gegebenen 60 Sekunden wurde die Zollgröße der Felge aus der Ferne geschätzt, per Handy Zoll in Zentimeter umgerechnet und in den letzten Sekunden mit der Kreiszahl multipliziert. Wo auch immer unser Fehler lag, andere Teams lagen mit willkürlichen Schätzungen später besser als wir - so ganz rund lief das für uns nicht. Während wir in Krähendorf (bzw. Veen) fleißig Vögel zählten und später einen Schalke-Fanclub links liegen ließen, kamen von der Rücksitzbank immer wieder wertvolle Hinweise zu OKs und Schildern, deren Aufschrieb in der Bordkarte erfolgen sollte. Die Sollzeitprüfung schrieb 24km/h für 400 Meter Strecke vor - nachdem der Zeiger der Stoppuhr einmal das Ziffernblatt umrundete passierten wir das rote Schild.
 
Lediglich eine Sekunde Abweichung stimmte uns zufrieden. In Bocholt endete sodann die erste Etappe bei einer leckeren Bratwurst im Brötchen, nachdem wir zuvor rund 10 Minuten Vorzeit abbummeln mussten.
Zur zweiten Etappe wurde wir im Bordbuch schon auf die nächste Sonderaufgabe vorbereitet: ein beispielhaftes "Chinesenlabyrinth" mit Musterlösung ließ munteres Umherfahren mit reichlich Aufschrieb vermuten. Dies kam dann fast erwartungsgemäß in Mussum, wo neben reichlich verteilten OKs auch die unlängst gut erläuterten Gleispaare zu notieren waren, nachdem wir erst einmal die richtige Fahrroute per Lösung eines Labyrinthes ertüfteln mussten. Unserer Sache sicher setzten wir uns in Bewegung, ließen uns von ebenfalls im Gewerbepark umher kreisenden Teilnehmern nicht von der Route abbringen. OK um OK wurde notiert und das Sportfahrwerk unseres Golf I Cabrio indizierte hör- und spürbar die in der Fahrbahn eingelassenen Gleispaare nach der Hardackerschen Definition. Die Einfahrt in eine Sackgasse verunsicherte uns einen kurzen Moment, aber der Wendehammer am Ende mit OK stimmte uns wieder versöhnlich. Als wir dann auf dem Rückweg auf der Zufahrt ein Gleispaar querten, sank die Stimmung kurzzeitig - schließlich hätte diese Überkreuzung auch vor der OK notiert werden sollten. Der Schlussakt der Rundfahrt ohne weitere Fragen oder Sonderaufgaben stimmte uns misstrauisch und dieses Gefühl wurde belohnt. So fiel uns schon früh eine absichtlich vertauschte Reihenfolge der Fahraufträge kurz vor dem Ziel auf und wir konnten diesen Abschnitt fehlerfrei absolvieren. Wenig später endete die ca. 130 km lange Rundfahrt in der bekannten Lokalität der Gaststube Bölting in Hamminkeln. Zu dieser Zeit konnten wir schon auf der Webseite des ACN Wesel nachlesen, dass die Teams des 1. Walsumer AC gute Aussichten auf Spitzenplätze haben. Bereits um 18.30 Uhr begann die Siegerehrung, die Bühne mit den Pokalen leerte und der WAC-Tisch füllte sich mit glänzendem Blech. Vier von sechs WAC-Teams durften Trophäen mit nach Hause nehmen, darunter ging auch Platz 1 Gesamt und Klasse für die ebenfalls im Golf I Cabrio startenden Teamkollegen Schelletter, dafür herzlichen Glückwunsch! Wir wurden ganz knapp auf Platz 3 Gesamt und 2 Klasse durchgereicht und hörten noch das Gleispaar auf dem Harderhook in Mussum leise kichern.
 
Zum Ende des Tages resümierten wir einen überaus gelungenen Tag mit perfekter Organisation, einer wieder einmal wunderschönen Strecke und interessanten Aufgaben unseres Nachbarclubs ACN Wesel, wofür wie an dieser Stelle noch einmal einen ganz herzlichen Dank aussprechen möchten. Es war alles in allem einfach rund. Wenn es am 08. September 2019 zur 44. "Rund um Wesel" Oldtimerrallye an den Start geht, sind wir auf jeden wieder mit dabei und freuen uns auf den Folienvortrag zum Thema Bahngleise. :-)
Sebastian Winkler